Alle durchgenknallt!

Die Theatergruppe der Oberstufe des Rupert-Ness-Gymnasiums spielt unter Leitung von Heribert Erbertseder "Alle durchgeknallt!"

Die Aufführungen finden am Donnerstag, 21.02.2019 sowie am Freitag, 22.02.2019 jeweils um 19:30 Uhr in der Aula statt.

Eintritt ist frei!

Molières Komödie „Die gelehrten Frauen“, auf welcher das von uns aufgeführte Stück basiert, wurde 1672 uraufgeführt und spielt im Frankreich des 17. Jahrhunderts.

Das Stück beginnt mit einer Auseinandersetzung zwischen den äußerst unterschiedlichen Schwestern Anastasia, die sich auf ihre Bildung etwas einbildet, und dem bodenständigen Mariechen über deren Verehrer Patrick. Auch die anderen gelehrten Frauen, wie die Mutter Brünhilde und deren Schwägerin Sabine, lehnen Patrick ab und befürworten stattdessen eine Ehe mit dem listigen Mitgiftjäger Rühl, dessen aufgeblasenes Pseydoliteratentum in einer Auseinandersetzung mit seinem Rivalen Hartmut demaskiert wird. Brünhilde versucht außerdem in jeder möglichen Situation ihre Gelehrsamkeit und Dominanz auszuspielen, unter anderem indem sie den Diener James herumkommandiert und beschimpft oder die Köchin Petra wegen ihres Dialektes des Hauses verweist. Der Vater Xaver, welcher auf Seite Mariechen und Petras steht, kann sich in keiner Hinsicht gegen seine Frau Brünhilde durchsetzen, weshalb er im Fall der geplanten Hochzeit auf die Unterstützung seines Bruders Siggi angewiesen ist. Jener schreitet nämlich kurz vor der Eheschließung zwischen Rühl und Mariechen ein und händigt Brünhilde zwei fingierte Briefe aus, um ihr die wahren Absichten Rühls vor Augen zu führen. So sieht diese ihre Fehleinschätzungen ein und einer Hochzeit zwischen Mariechen und Patrick steht nun nichts mehr im Wege.

Obwohl sich das Stück dem ursprünglichen Titel nach gegen die anscheinend überzogenen Ansprüche der Frauen richtet, ist es im Kern eine Bloßstellung der Bildungsüberheblichkeit auf der einen Seite, vertreten durch die Gruppe um Brünhilde, und ein Seitenhieb auf die Bildungsignoranz, repräsentiert in der Gruppe um den Vater. Am Schluss setzt sich – Wie soll es auch anders sein? - das wahre, echte Gefühl der Liebenden durch.

Um dieses Anliegen des Stückes hervorzuheben, haben wir den Titel des Stückes und die Namen der Figuren abgewandelt und allen symbolträchtige Requisiten oder Maskenelemente an die Hand gegeben bzw. auf den Kopf gesetzt: Mariechen trägt als das wohlbehütete Kind anfangs einen Schirm, Anastasia schleppt mit prall gefüllten Büchertaschen den Bildungsballast mit sich herum, Mutter und Tante verstecken ihr Unwissen hinter einer Maske, Rühl und Hartmut sind aufgeblasene Wichtigtuer, schier erdrückt unter einer übergroßen Perücke; Patrick wirkt mit seiner überlangen Schlafmütze sehr unschlüssig, die beiden Brüder sind durch ihr Äußeres als rückständig markiert. Die Köchin vertritt teils patente Ansätze, macht aber alles durch wirre Ansichten zunichte, so dass ihr die Haare zu Berge stehen müssen, der Diener bringt kaum etwas auf die Reihe, nicht einmal sein Hemd kann er ordentlich tragen und der Notar vergräbt sich hinter seinen Schreibgeräten.

Ähnlichkeiten mit unserer Zeit sind nicht beabsichtigt, lassen sich aber leider nicht vermeiden. Viel Spaß bei unserer Gesellschaftsstudie!

Bianca Merk/Manuel Deinzer

  20.02.2019/bo